Wer schon einmal versucht hat, eine Zeichnung von seinem Notizbuch abzufotografieren, kennt das Problem: das weiße Papier sieht auf dem Smartphone aus wie durch Matsch gezogen und die Zeichnung wirkt matt und öde. Wie kann man seine Sketchnotes schnell und sauber digitalisieren?

Egal ob man zu Hause Sketchnotes zeichnet, oder auf einem Event – manche Zeichnungen möchte man mit seinen Followern teilen! Zu Hause kann man sich die Mühe machen, seine Bilder einzuscannen. Aber was macht man ohne Scanner? Man greift natürlich zum Smartphone. Das Ergebnis ist oft ernüchternd.

zeichnung mit app abfotografieren

Deshalb ist Tagesslicht mein größter Freund! Das direkte Sonnenlicht zaubert fast immer ein nahezu perfektes Ergebnis. Und was macht man auf Veranstaltungen oder trüben Tagen?

Smartphone Apps für bessere Sketchnotes

Wenn ich nur mit dem Smartphone arbeite, stehen mit verschiedene Apps zur Verfügung:

  • Die Twitter Bildbearbeitung ist simpel, holt aber aus schwarz-weißen Bildern sehr viel raus!
  • Instagram bietet inzwischen auch Feinabstimmungen an, die bei mir aber selten die gewünschte Verbesserung herbeiführen NEU: der Filter „Clarendon“ wirkt manchmal wahre Wunder!
  • Seit 2016 ist CamScanner auf meinem Smartphone und ich frage mich, wie ich bisher ohne diese App ausgekommen bin! Sie ist für Android, iOS und Windows Phone 8 kostenlos verfügbar und macht aus Eurem Smartphone einen höchst funktionalen Dokumentescanner. Überzeugt Euch selbst:

Vergleich Foto und CamScan

Sketchnotes auf dem iPad

Im Frühjahr 2016 habe ich mir das große iPad (12,9) und einen passenden Apple Pencil (Tipp: dieser Silikonschlüpper) gekauft. Je nach Ausstattung kommt man da leicht auf 1100-1200 Euro.

Lohnt sich die Anschaffung für Sketchnotes & Co?

Gut zwei Jahre später kann ich sagen: Jawohl, tut es!

Ich nutze es für private Sketchnotes, gehe damit als Graphic Recorder zu Veranstaltungen, ich erstelle alle Grafiken auf dem Tablet und Netflix kann es natürlich auch.

Muss man es wirklich unbedingt haben? Nein.

Aber oft ermöglicht neue Technologie Dinge, an die man vorher nie gedacht hätte. Zum Beispiel Zeitraffer-Aufnahmen von der Leinwand, Streaming und überhaupt die digitale Weiterverarbeitung!

Darüber hinaus kann man das iPad natürlich auch als kleinen Laptop verwenden. Wenn man sich noch die arschteure Tastatur dazu kauft. Seufz.

iOS Apps für Sketchnotes

Ich nutze hauptsächlich die App “Procreate“, weil sie intuitiv zu bedienen ist. Außerdem gefällt mir die schlichte Gestaltung, die nicht von der Leinwand ablenkt. Durch die vielen Tutorials auf YouTube wird man zudem ganz einfach an die Bedienung der App herangeführt.

Procreate zeichnet sich durch eine hohe Anzahl von hervorragenden Stiften aus, die man zusätzlich noch kostenlos erweitern kann.

Hier seht ihr einen Screenshot einer Procreate-Leinwand:

Ihr merkt schon: Ich bin sehr von Procreate angetan!

Verbindet man das iPad mit einem HDMI-Kabel an einen Monitor oder Beamer, kann man die Werkzeugleiste für die Betrachter ausblenden (Aktionen > Einstellungen > Leinwand per AirPlay). Das funktioniert in den meisten Fällen reibungslos und ist toll für ein Graphic Recording.

Für schlappe 12 Euro kann man sich den “Apple Design Award Gewinner” auf jeden Fall zulegen.

Für digitale Sketchnotes und Graphic Recordings gibt es noch die “Work Visual” App, die schon seit ewigen Zeiten auf dem iPad rumliegt. Sie ist speziell auf Live-Übertragungen und Workshops konzipiert worden. Da ich mich bei Procreate so wohl fühle, habe ich sie noch nicht auf Herz und Nieren getestet. Gebt mir ein Zeichen, wenn ihr mehr Infos wollt – ich werde sie dann im Detail vorstellen.

Notizbuch mit App: WhitelinesLink

Eine echte Entdeckung ist das Notizbuch von Leuchtturm1917 aus der Reihe „WhitelinesLink“. Diese Notizbücher haben kein weißes Papier, sondern hellgraues. Dazu sind die Linien weiß. Möchte man seine Zeichnungen abfotografieren, dann benutzt man die dazugehörigen Foto-App. Und et voilà verschwindet der graue Hintergrund und die Zeichnung ist auf einem hellem weißem Hintergrund verfügbar!

Ich finde das immer noch spektakulär! So muss man nicht auf Papier verzichten und hat trotzdem digital verwertbare Bilder in guter, heller Qualität. Unabhängig von Tageslicht oder langer Nachbearbeitung. Um herauszufinden, welcher Stift sich am besten für das Whitelines-Notizbuch eignet, habe ich einige getestet:

stifte für sketchnotes

Dieses Bild ist komplett und unbearbeitet im Notizbuch von Leuchtturm1917 entstanden! Wenn der Stift nicht zu dünn ist, dann erfasst die App alle Linien und Farben anstandslos. Mein Lieblingsstift ist der Staedtler triplus fineliner – die Stifte gleiten schön geschmeidig über das Papier (Stabilo ist da widerspenstiger) und haben eine gute Deckkraft. Nachteil: die Stifte bluten etwas durch das Papier. Da ich aber eh immer eine Seite frei lasse, stört mich das nicht sonderlich.

Die Notizbücher könnt ihr auf leuchtturm1917.de oder auf amazon.de für 12-20 Euro kaufen (Affiliate-Link).

NEU: Die Notizbücher gibt es auch als DIN A4 Block auf amazon.de für ca. 19 Euro (Affiliate-Link).

Sketchnotes mit Grafiktablet

Für meinen Blog arbeite ich auch gerne am Laptop bzw. am PC. Dann kommt mein gutes, altes Grafiktablet ins Spiel!

Vor ca. 5 Jahren habe ich mir das billigste kostengünstigste Grafiktablet gekauft, das es auf dem Markt gibt. Es besteht aus dem Zeichenbrett selbst und einem Plastikstift. Ich habe es damals einfach in den USB Port angestöpselt, und seitdem läuft und läuft und läuft es. Am Anfang habe ich noch in Paint gezeichnet (und mache es immer noch gern), aber wer Photoshop hat, soll es auch ruhig benutzen.

Hier ist das Prachstück (erhältlich auf Amazon, Affiliate-Link):

Anfänger sind mit einem robusten Grafiktablet ohne viel Schnick-Schnack gut beraten. Sollte mein Grafiktablet mal kaputt gehen, würde ich wahrscheinlich etwas mehr Geld investieren. Wer einmal mit einem hochwertigen Grafiktablet, wie zum Beispiel von Wacom gearbeitet hat, weiß warum.

Mein robustes Billig-Tablet scheint in der Zwischenzeit ein Upgrade bekommen zu haben. Für fast denselben Preis gibt es dieses Modell von Trust:

Fazit

Man muss nicht auf sein geliebtes Papier verzichten, um auch digital hervorzeigbare Bilder zu haben. Die Whitelines-Serie von Leuchtturm1917 kann ich empfehlen. Wer vorher lieber nur auf günstigem Papier üben möchte, kann mit Apps und Bildbearbeitungsprogrammen nachhelfen. Bis jetzt ist CamScanner die beste App-Lösung für digitalisierte Sketchnotes.
Ein Grafiktablet ist eine tolle Lösung, wer direkt digitale Zeichnungen erstellen möchte. Wer die Kosten nicht scheut, kann sich in ein iPad Pro verlieben und fast wie auf Papier zeichnen.

Ausdrucken, kritzeln, digitalisieren testen

Hey!! Ich habe hier noch 17 Sketchnotes Übungsblätter für Dich, die Du Dir sofort ausdrucken kannst. Anschließend kansnt Du ja gleich einmal testen, wie Du sie am besten digitalisierst! 😉

Wenn Du die Übungsblätter anforderst, erhältst Du außerdem elektronische Sketchnotes-Post von mir, in der ich weitere Vorlagen, Übungsideen und Tipps vorstelle. Natürlich kannst Du Dich jederzeit mit einem Klick wieder austragen.

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