Sketchnotes lernen
Kommentare 3

Sketchnotes digitalisieren

schlaubi

Wer schon einmal versucht hat, eine Zeichnung von seinem Notizbuch abzufotografieren, kennt das Problem: das weiße Papier sieht auf dem Smartphone aus wie durch Matsch gezogen und die Zeichnung wirkt matt und öde. Wie kann man seine Sketchnotes schnell und sauber digitalisieren?

Egal ob man zu Hause Sketchnotes zeichnet, oder auf einem Event – manche Zeichnungen möchte man mit seinen Followern teilen! Zu Hause kann man sich die Mühe machen, seine Bilder einzuscannen. Aber was macht man ohne Scanner? Man greift natürlich zum Smartphone. Das Ergebnis ist oft ernüchternd.
notizbuch mit dem smartphone abfotografieren schlechtes ergebnis
Deshalb ist Tagesslicht mein größter Freund! Das direkte Sonnenlicht zaubert fast immer ein nahezu perfektes Ergebnis. Und was macht man auf Veranstaltungen oder trüben Tagen?

Sketchnotes am Desktop nachbearbeiten

Bei schlechten Lichtverhältnissen fotografiere ich meine Zeichnung möglichst mit künstlichem Licht und arbeite dann entweder am Desktop oder mit Apps nach. Mein liebstes Tool am Desktop ist die Bildbearbeitung unter Google+. Ich habe mein Google+-Konto automatisch mit meinem Smartphone verknüpft, so dass die Aufnahmen direkt an meinem Desktop aufrufbar sind.

bildbearbeitung im chrom brwoser

Die Bildbearbeitung unter Google+ ist nur mit dem Chrome-Browser verfügbar. Unter „Bearbeiten“ öffnet sich ein neuer Dialog auf der rechten Seite. Unter „Feinabstimmung“ kann man nun u. a. Helligkeit und Sättigung des Bildes regulieren. Habt ihr ein schwarz-weißes Bild, so empfehle ich sehr, die „Schwarz-Weiss“-Anpassungen aufzurufen. Da können wirklich magische Verbesserungen erreicht werden!
Zum Schluss muss man nur noch „Fertig“ klicken.

Um die Bilder nun zum Beispiel auf Facebook teilen zu können, benutze ich das „Snipping Tool“. Damit erstellt man von einem beliebigen Bereich des Bildschirms einen Screenshot. Das könnt ihr dann einfach per Copy und Paste abspeichern und hochladen.

Apps für bessere Sketchnotes

Wenn ich nur mit dem Smartphone arbeite, stehen mit verschiedene Apps zur Verfügung:

  • Die Twitter Bildbearbeitung ist simpel, holt aber aus schwarz-weißen Bildern sehr viel raus!
  • Instagram bietet inzwischen auch Feinabstimmungen an, die bei mir aber selten die gewünschte Verbesserung herbeiführen NEU: der Filter „Clarendon“ wirkt manchmal wahre Wunder!
  • Ein kleines App-Juwel ist Pixlr Express, das für Android, iOS und am Desktop kostenlos zur Verfügung steht. Unter dem Punkt „Anpassung“ gibt es u. a. die Option „Aufhellen“. Damit kann man einfach über das Bild wischen und es so aufhellen. Danach kann man mit „Lebendigkeit“ oder „Kontrast“ noch mehr aus dem Bild rausholen!

camera360

Ganz neu auf meinem Smartphone ist der CamScanner und ich frage mich, wie ich bisher ohne diese App ausgekommen bin! Sie ist für Android, iOS und Windows Phone 8 kostenlos verfügbar und macht aus Eurem Smartphone einen höchst funktionalen Dokumentescanner. Überzeugt Euch selbst:

Vergleich Foto und CamScan

Leuchtturm1917 Whitelines Link – Notizbuch goes digital

Eine echte Entdeckung ist das Notizbuch von Leuchtturm1917 aus der Reihe „WhitelinesLink“. Diese Notizbücher haben kein weißes Papier, sondern hellgraues. Dazu sind die Linien weiß. Möchte man seine Zeichnungen abfotografieren, dann benutzt man die dazugehörigen Foto-App. Und et voilà verschwindet der graue Hintergrund und die Zeichnung ist auf einem hellem weißem Hintergrund verfügbar!

leuchtturm1917 whitelines link

 

Ich finde das immer noch spektakulär! So muss man nicht auf Papier verzichten und hat trotzdem digital verwertbare Bilder in guter, heller Qualität. Unabhängig von Tageslicht oder langer Nachbearbeitung. Um herauszufinden, welcher Stift sich am besten für das Whitelines-Notizbuch eignet, habe ich einige getestet:

stifte für sketchnotes

Dieses Bild ist komplett und unbearbeitet im Notizbuch von Leuchtturm1917 entstanden! Wenn der Stift nicht zu dünn ist, dann erfasst die App alle Linien und Farben anstandslos. Mein Lieblingsstift ist der Staedtler triplus fineliner – die Stifte gleiten schön geschmeidig über das Papier (Stabilo ist da widerspenstiger) und haben eine gute Deckkraft.

Die Notizbücher könnt ihr auf leuchtturm1917.de oder auf amazon.de für 12-20 Euro kaufen.

Sketchnotes mit Grafiktablet

Für meinen Blog arbeite ich auch gerne am Laptop bzw. am PC. Dann kommt mein gutes, altes Grafiktablet ins Spiel!

Vor ca. 3 Jahren habe ich mir das billigste kostengünstigste Grafiktablet gekauft, das es auf dem Markt gibt. Es besteht aus dem Zeichenbrett selbst und einem Plastikstift. Ich habe es damals einfach in den USB Port angestöpselt, und seitdem läuft und läuft und läuft es. Am Anfang habe ich noch in Paint gezeichnet (und mache es immer noch gern), aber wer Photoshop hat, soll es auch ruhig benutzen.

Hier ist das Prachstück (erhältlich auf Amazon):

Anfänger sind mit einem robusten Grafiktablet ohne viel Schnick-Schnack gut beraten. Sollte mein Grafiktablet mal kaputt gehen, würde ich wahrscheinlich etwas mehr Geld investieren. Wer einmal mit einem hochwertigen Grafiktablet, wie zum Beispiel von Wacom gearbeitet hat, weiß warum.

Mein robustes Billig-Tablet scheint in der Zwischenzeit ein Upgrade bekommen zu haben. Für fast denselben Preis gibt es dieses Modell von Trust:

 

Anfänger sind mit einem robusten Grafiktablet ohne viel Schnick-Schnack gut beraten. Sollte mein Grafiktablet mal kaputt gehen, würde ich wahrscheinlich etwas mehr Geld investieren. Wer einmal mit einem hochwertigen Grafiktablet, wie zum Beispiel von Wacom gearbeitet hat, weiß warum.

Fazit

Man muss nicht auf sein geliebtes Papier verzichten, um auch digital hervorzeigbare Bilder zu haben. Die Whitelines-Serie von Leuchtturm1917 kann ich sehr empfehlen. Wer vorher lieber nur auf günstigem Papier üben möchte, kann mit Apps und Bildbearbeitungsprogrammen nachhelfen. Bis jetzt ist CamScanner die beste App-Lösung für digitalisierte Sketchnotes.
Für schöne Grafiken direkt aus dem Zeichenprogramm benötigt man ein Grafiktablet. Meine Erfahrung: dafür muss man nicht viel Geld ausgeben, um gute Ergebnisse erzielen zu können.

Und gar kein Geld gibst Du für meinen Sketchnote-Newsletter aus! 🙂 Trag Dich doch direkt mal ein, wo Du schon hier bist:

3 Kommentare

  1. Rosalie sagt

    Das Leuchtturm1917 Buch habe ich gestern auch entdeckt und für meine nächste Reise vorgesehen. Mir war allerdings nicht aufgefallen, dass die Seiten grau(er) sind. Oder gibt es Alternativen? Dann habe ich die noch nicht gesehen in dem vollen Ständer mit allen Cover-Farben.
    Ich hatte mich für ein Buch mit weissen Blättern ohne Linien entschieden.
    Warum nimmst Du für sketchnotes eines mit Linien, wenn es doch eher um Zeichnen geht, frage ich mich und Dich?

    • Ines Schaffranek sagt

      Hallo Rosalie,

      die grauen Seiten verwandeln sich nach dem Einscannen mit der Whitelines-App in blütenweiße (digitale) Seiten! Das solltest Du Dir noch einmal genauer anschauen. 🙂
      Das gilt dann auch für die Linien/Punkte/Raster in dem Notizbuch aus der Whiteline-Serie (von Leuchtturm). Verschwindet alles nach dem einscannen.

      Auf Konferenzen arbeite ich aber auch sehr gerne auf weißen DinA4-Blättern. Die lassen sich danach einfach leichter mit meinem Scanner digitalisieren und nachbearbeiten.

      Ich hoffe, das hilft Dir weiter!

      Liebe Grüße
      Ines

  2. Ich benutze zum Fotografieren von Zeichnungen, Flipcharts etc. die iPhone-App CamScanner (gibt’s auch für Android-Handys).
    Sie hat den grossen Vorteil, dass sie Bilder automatisch aufhellt und den Kontrast verstärkt (und so den Hintergrund absolut weiss darstellt). Zudem kann man wählen, ob man die Dateien in JPG- oder PDF-Format haben will.
    Ich mache damit auch Fotoprotokolle für meine Kunden nach meinen Coachings. In weniger als 5 Minuten habe ich so ein PDF mit rund 5 Flipcharts.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *