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So findet man einen Verlag

Ein Buch bringt man nicht allein zur Welt. Es braucht ein durchdachtes Layout, eine überzeugende Struktur, sinnvolle Illustrationen, effektives Marketing und nicht zuletzt einen funktionierenden Vertrieb. All das hat meine Lektorin Ruth im Blick!

In regelmäßigen Untersuchungen wird sie den Zustand meines Buches kontrollieren und alle weiteren Schritte einleiten. Weiß ich einmal nicht weiter, werde ich von ihrem großen Erfahrungschatz profitieren können. Damit ist sie nichts anderes als eine Hebamme für Bücher!

Buchmarkt recherchierenSeit über 20 Jahren sorgt Ruth dafür, dass schöne und wichtige Exemplare auf dem Buchmarkt erscheinen. Ihre Arbeit beginnt mit der Recherche nach passenden Themen. Durch den Erfolg von Mike Rohdes Buch wusste sie, dass Sketchnotes immer beliebter werden. Als sie mich bei ihren Recherchen entdeckt hat, hat sie es als positiv bewertet, dass ich auch Workshops anbiete. Das zeigt, dass der mögliche Autor sich bereits mit der Themenvermittlung auseinandergesetzt hat!

Hat der Autor Interesse, entwickelt sie mit ihm oder ihr einen Projektvorschlag, der das mögliche Buch detaillierter beschreibt und ein grobes Inhaltsverzeichnis umfasst. Der Projektvorschlag wird dann bei einer internen Programmkonferenz eingereicht und hoffentlich von allen Teilnehmern unterstützt. Ist dies der Fall, wird ein Vertrag aufgesetzt und der Autor beginnt mit der Arbeit.

In meinem Fall sollte ich nach ca. 3 Monaten ein erstes Manuskript abliefern, das 30 Seiten umfasst. Die anderen 220 Seiten haben bis zum Frühjahr 2017 Zeit.

Fragen an meine Lektorin

Auf Instagram und Twitter habt ihr mir vor meinem Besuch beim Rheinwerk-Verlag Fragen geschickt, die ich Ruth stellen soll.

Frage Nr. 1: “Wie würdest du vorgehen, wenn du ein Buch schreiben möchtest und einen Verlag dafür sucht?”

Ruth würde zunächst schauen, welche Verlage bereits Publikationen zum eigenem Wunschthema vorweisen können. Diese Bücher sollte man sich genau anschauen, um Potenziale für andere Sichtweisen, Verbesserungen und Ergänzungen herausarbeiten zu können. Auch Amazon Reviews können nützliche Hinweise liefern!
Die Lektoren sind normalerweise gut sichtbar auf den Websites der Verlage vertreten, wo man auch die direkte Email-Adresse finden kann. Über gut begründete Vorschläge freut Ruth sich auf jeden Fall!

Frage Nr. 2: “Was kann ein Autor tun, damit die Zusammenarbeit mit dem Lektor gut funktioniert?”

Kommunikation und Ehrlichkeit sind die wichtigsten Komponenten in einer Lektor-Autoren-Beziehung. Es kommt häufig vor, dass der Autor sich nicht traut zu sagen, dass er nicht gut vorankommt. Oder sogar erkennt, dass das ganze Buch nicht geschrieben werden kann. In beiden Fällen kann man mit einer ehrlichen und offenen Kommunikation viel Stress vermeiden (oder sogar noch etwas retten).
Wenn der Autor dann noch die vereinbarten Termine einhalten kann, ist Ruth glücklich!

Mein Buch ist noch ein recht zartes Wesen, das gerade einmal 10 Seiten umfasst. Aber ich habe einen Fahrplan im Kopf uns lese die nächsten Tage viele Bücher, Artikel und Studien! Gestern habe ich mich auch noch mit meiner Freundin Gudrun von achtungdesigner.de getroffen, die ebenfalls an einem Buch arbeitet. So ein Austausch unter Fachfrauen tut gut und macht Spaß!

Fan

Jetzt brauche ich aber auch noch dringend Euren Rat! Habt Ihr konkrete Schwierigkeiten, wenn es um Sketchnotes geht? Bildervokabularwünsche? Fragen? JEDER Hinweis ist erwünscht und kommt auf meine To-Do-Liste!

Hier könnt Ihr Eure Fragen direkt hinterlassen: https://docs.google.com/document/d/17Z8L5i_WuA_0lNk-IjQgEBLn-UhWAqiKxh1qnad72N8/edit?usp=sharing

Ihr könnte Eure Frage auch öffentlich z.B. auf Twitter stellen und das Hashtag #sketchnotesFAQ verwenden.

Vielen Dank und liebe Grüße
unterschrift ines



Logbuch3

[Logbuch, 30.05.2016]

Ich war das erste Mal in meinem Leben in einem Apple-Store und nach 20 Minuten mit einem iPad Pro wieder draußen. Dazwischen wurde der Kauf eines Arbeitsgeräts derart theatralisch inszeniert, als wäre damit die radikalste Veränderung meines gesamten Lebens eingeläutet worden.

Ich wusste schon vorher, was ich wollte, wieviel Speicherplatz ich benötige, ob mit oder ohne WiFi Cellular und dem restlichem Pipapo. So blieb meinem Apple-Genius-Verkaufsassistenten Theo nichts anderes übrig, als mich zur finanziellen Transaktion in den ersten Stock zu führen. Wo es keine schnöden Kassen gab oder gar unhygienisches Bargeld. Hinter uns die Genius Bar, vor uns die Alster, orderte mein Theo das gewünschte Gerät per iPhone, das uns kurze Zeit später durch eine unsichtbare Tür herangetragen wurde.

Was nun folgte, haben sich die Store Designer und Chiefs of Customer Happiness vermutlich gut bezahlen lassen. In einem zeremoniellen Gang der Huldigung bahnte Theo mir den Weg zur großen Treppe, die ich als neugekrönte Kundin hinabsteigen durfte. Er schritt voran, damit mich das Fußvolk nicht belästigen würde, während ich die Insignien meiner Macht, das iPad und den Apple Pencil, für alle sichtbar in die Höhe hielt.

Nach dem Abstieg aus dem Olymp bot mir mein braver Theo einen Sitzplatz an. Mit routinierter Würde zückte er ein kleines Messerchen, mit dem er die Zellophanfolie der Kartons einschnitt. Die restliche Entjungferung überließ er mir mit den Worten „Ich lass Dich dann mal einen Moment allein…“.

Damit wurde die Konsuminszenierung beendet. Der Vorhang fiel und ich brachte meine Einkäufe nach Hause.

Spielt Ihr auch mit dem Gedanken, Euch krönen zu lassen ein iPad für Sketchnotes anzulegen? Ich habe mich für folgende Ausstattung entschieden:

Hardware:
iPad Pro 12,9“, WiFi, 32 GB
Apple Pencil

Software:
Procreate


neues Sketchnotes Buch Ines Schaffranek[Logbuch, 15.05.2016]

Angst vor dem weißen Blatt Papier kenne ich nicht mehr, seit ich 52 Farbstifte habe.

Bevor ich aber anfangen kann zu schreiben, habe ich letzte Woche mein vielschichtiges Chaos im Kopf zu Papier gebracht. Auf einem großen Stück Papier habe ich ausgehend von der Mitte ein Bild von (m)einem Sketchnotes-Buch gezeichnet. Von dort aus habe ich mich wie bei einer klassischen Mindmap all den Themen genähert, die mir zu dem Buch am Herzen liegen. Das hat mit der Frage angefangen, was das Buch eigentlich soll.

Der Sinn und Zweck des Buches deckt sich mit der Absicht, die dieser Blog auch hat. Menschen für Sketchnotes zu begeistern und es ihnen ermöglichen, das Thema selbstständig zu erkunden. Die Begeisterung erreicht man am einfachsten, indem man beweist, dass wirklich jeder zeichnen kann. Dazu habe ich vor fast 3 Jahren die Sketchnotes-Bilderanleitung hier im Blog veröffentlicht. Diese habe ich nun endlich einmal überarbeitet und erweitert, denn sie war völlig veraltet.

visuelle mindmap

Inzwischen hängt ein riesiger Notizzettel an meiner Wand im Arbeitszimmer, wo ich spontan oder nach längerer Betrachtung weitere Ideen für das Buch notieren kann. Das ist übrigens auch sehr praktisch, wenn man mal Besuch hat. Der versteht sofort, um was es geht, und hat immer ein paar Ratschläge parat. Probiert das mal mit einem 10-seitigen Exposé, das irgendwo herumliegt!

Eins der wichtigsten Kapitel wird behandeln, was zwischen dem Zuhören und dem ersten Strich auf dem Papier passiert. Denn „wie und wo fange ich eigentlich an“ ist die häufigste Frage, die meine Workshop-Teilnehmern stellen. Heute und morgen werde ich deshalb die ersten Seiten zum Thema „Zuhören und visuelles Mitdenken“ schreiben.

Und da kommt zwar keine Angst vor dem weißen Blatt Papier auf, aber ganz viel Herzklopfen!


neues Sketchnotes Buch

[Logbuch, 07.05.2016]

„Sie sind jetzt Autorin!“ Mit stummen Staunen habe ich diese Betreffzeile viel länger als nötig auf meinem Smartphone angestarrt. Dann habe ich sie meinem Freund gezeigt, der gerade im Begriff war, sich einen Kaffee zu bestellen. Auch auf seiner Seite stummes Staunen. Dann ein kommentarloser High five und große Augen in beiden Gesichtern.

Man könnte sagen, dass das ein typisch norddeutscher Ausbruch von Freude war, der sich bei mir inzwischen in produktive Begeisterung verwandelt hat. Ich schreibe ein Buch über mein liebstes Thema: Sketchnotes!

Zum Glück gibt es inzwischen neben dem Einführungswerk von Mike Rohde auch noch andere tolle Bücher, die visuelles Denken und Sketchnotes aufgreifen. Sketchnotes sind zwar immer noch ein wenig exotisch, aber sie sind seit ich mit diesen Blog 2013 begonnen habe, viel mehr Menschen ein Begriff. Das Interesse wächst und damit der Wunsch, seine Notizen visueller, strukturierter und verständlicher anzufertigen.

Was fehlt ist ein Buch, das nicht nur zeigt, wie man Icons, Container, Menschen und Pfeile zeichnen kann. Das macht zwar unglaublich viel Spaß, aber es ist nur die Spitze des Eisbergs! Darunter schlummern Techniken der Informationsverarbeitung und Strukturierung, die sich in Echtzeit und sehr visuell im Kopf abspielen. Hilfreiche Tipps und Tricks, die erst mit einiger Praxiserfahrung greifbar sind. Das möchte ich in den nächsten Monaten gründlich erarbeiten und durch das Buch mit Euch teilen!

Auf pheminific.de beginne ich heute mit einem Logbuch, das den Fortschritt, Schwierigkeiten und Hintergrund zum Buch dokumentiert. All Eure Fragen und Ideen sind mir herzlich willkommen, den so ein Buch schreibt sich nicht von allein!

Glückliche Grüße

unterschrift ines

P.S.: Ich muss ca. 20 Seiten pro Monat schreiben. Hilfreiche Tipps, wie man das schafft (Wein? Koffein? Kippen?) sind dringend erbeten.

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13 Kommentare

  1. Hey Ines,
    wie großartig! Herzlichen Glückwunsch zu deinem Buch. Ich werde dein Logbuch gespannt mitverfolgen und wenn du Hilfe oder eine weitere Meinung brauchst, dann helfe ich gerne weiter.
    Liebe Grüße,
    Gudrun

    • Ines Schaffranek sagt

      Gudrun, Du stehst quasi auf Platz 1 mein Notfallkontakte!! 😀

      Vielen Dank,
      Ines

  2. Liebe Ines,

    erst einmal „Herzlichen Glüchwunsch“ zur Autorin.

    Und ja, ich habe da einen Tipp: Die beiden Bücher von Ulrike Scheuermann „Wer schreiben kann, macht Karriere“ und die „Schreibfitness-Mappe“. Da findest du richtig gute Tipps, was Strukturierung und Planung gerade von größeren Schreibprojekten angeht, die über längere Zeit erarbeitet werden müssen.

    Viel Erfolg und herzliche Grüße

    Sonja

    • Ines Schaffranek sagt

      Liebe Sonja,

      danke für die tollen Buchtipps! Ich werde sie mir am Wochenende in der Bibliothek ausleihen. (^_^)

      Herzliche Grüße
      Ines

  3. Nimm dir 2 Wochen am Stück. Erste drei Tage runterkommen. Dann am Stück schreiben jeden Tag. Sonst dauert es lange, bis Du jedes Mal wieder dn bist. #protipp #autor
    🙂
    Sebastian

    • Ines Schaffranek sagt

      Ja, so habe ich auch meine Abschlussarbeiten geschrieben. Mein Urlaub für dieses Jahr ist zum größten Teil schon verplant, also wird es wohl doch auf eine stückweise Schreibarbeit hinauslaufen. Ich versuche es mal mit 1-2 Stunden vor der Arbeit.

      Danke für den #protipp Sebastian! Tschakka!
      Ines

  4. Fabian sagt

    Genügend Pausen, Auslüften und die Erkenntnis das Pläne schiefgehen helfen bei den meisten grossen Projekten 😉

  5. Liebe Ines,
    was für eine grandiose Neuigkeit: DU BIST JETZT BUCHAUTORIN!!!
    Das ist der Ritterschlag überhaupt und nun rate mal wer garantiert dein Buch kaufen wird – ICH!!!
    Ich wünsche dir viel Spaß, viele Ideen, viel Kraft für dein Meisterwerk!
    Mit Spannung werde ich die Entstehung deines Buches hier verfolgen!
    Liebe Grüße,
    Kirsten

    • Ines Schaffranek sagt

      Waaah, vielen Dank Kirsten!! Mit so viel Unterstützung KANN es ja nur klappen!! 🙂
      Danke auch, dass Du von Anfang an dabei bist auf meiner Sketchnotes-Entdeckungsreise.

      Uns weiter geht´s!!
      Ines

  6. Diana sagt

    Juhuuuu! Ich freu mich sehr sehr sehr für Dich!!!! Und wenn i h helfen kann, bin ich jederzeit bereit!!!

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